Wirkung und Bedeutung

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Friedrich Spee ist als Dichter, Seelsorger und Kämpfer gegen die Hexenprozesse Teil unseres kulturellen Gedächtnisses und ein herausragender Repräsentant kultureller Tradition in Deutschland.

Von den Zeitgenossen als Seelsorger und akademischer Lehrer geschätzt und wegen seines unerschrockenen Wirkens von manchen gefürchtet, hat er auch nach seinem Tod immer wieder Interesse erregt. Selbst im europäischen Ausland schätzte und schätzt
man ihn.

Der Dichter der "Trutz-Nachtigall" hat unter Kennern der deutschen Lyrik einen großen Namen. Ihnen gilt er als bedeutendster katholischer Barockdichter.

Seine Kirchenlieder erklingen noch heute in evangelischen und katholischen Kirchen. Eine Adventszeit ohne "O Heiland reiß die Himmel auf" erscheint ebenso undenkbar wie Weihnachten ohne das Lied "Zu Bethlehem geboren".

Der Verfasser des "Güldenen Tugend-Buches" darf den Ruhm beanspruchen, das erste umfangreiche Andachtsbuch für Frauen geschrieben zu haben. Die methodisch geschickten und abwechslungsreichen Anregungen bieten noch immer Impulse für ein vertieftes spirituelles Leben. Leibniz preist es als wahrhaft göttliches Buch, das er in den Händen aller Christen sehen wollte.

Spees Schrift gegen die Hexenprozesse, die "Cautio criminalis", zeigt den kühn und mit bezwingender Logik argumentierenden Denker. Sie ist bis heute das bekannteste Werk Spees. Hier kämpft er mit theologischen und rechtlichen Argumenten, mit messerscharfem Verstand und gelegentlich von Zorn übermannt gegen das Unrecht der Hexenprozesse. Der Einsatz für die Unschuldsvermutung und gegen die Folter reiht Spee unter die Wegbereiter einer humanen, den "Menschenrechten" verpflichteten Justiz ein.

Friedrich Spee ist nicht nur als historische Persönlichkeit von Interesse. Für die Gegenwart kann er ein Modell tätigen und mutigen Christseins darstellen:

Als Christ, der aus einem lebendigen Glauben heraus die Schönheit der Schöpfung empfand und liebte,

als Christ, der in jedem Menschen das Ebenbild Gottes von unvergleichlicher Würde erkannte,

als Christ, der sich dort einsetzte, wo diese Würde durch Elend, Krankheit, Unterdrückung und Folter zerstört zu werden drohte,

als Christ, der dem Wagnis, seinem Gewissen zu folgen, nicht auswich, sondern der den Mut aufbrachte, der Stimme seines Gewissens auch gegen Meinungsterror und vermeintliche Autorität zu folgen.